Ein Blizzard im Frühling

Muaha die dreckigen Wichser von Blizzard haben mir doch gestern Abend tatsächlich den verkackten Battlenet-Account gesperrt. Die Nachricht auf der Homepage lautete: „Dieser Account wurde aufgrund verdächtiger Aktivitäten gesperrt. Es wurde eine Nachricht mit Einzelheiten zur Lösung des Problems an die E-Mail-Adresse dieses Accounts geschickt. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://eu.battle.net/account/locked.html“ oder auf englisch im Spiel etwas aufschlussreicher: „our login system has detected a change in your access pattern. in order to protect your account…“

So, es ist also eine „verdächtige Aktivität“ wenn ich ein Spiel durchzocke, ein paar Monate liegen lasse und dann irgendwann wieder mal Lust drauf bekomme. Ja, ich habe ein unregelmäßiges Loginverhalten. Es tut mir aufrichtig Leid, ich komme mir schon wie ein elender kleiner Hurensohn von Verbrecher vor weil ich nicht regelmäßiger Starcraft II spiele, ich gelobe aufrichtig Besserung. NICHT!

Vor allem kommt der Hammer ja erst noch. Ich als ehrlicher User will also den Bestimmungen folgend mein Passwort ändern, bekomme aber entgegen der „Fehlermeldung“ keine Mail. Also geht man auf die Homepage, bekommt auch hier bei klick auf „Passwort vergessen, ändern, whatever“ natürlich KEINE Mail. Hallo, ihr verdammten Pisser, wozu bietet ihr mir Mails mit Links an wenn dann keine kommen? Und ja, die Mailadresse stimmt. Gut, es gibt ja noch die Möglichkeit das PW direkt zu ändern nachdem man die entsprechende Seite gefunden hat. Vorweg: bei Einrichtung des Accounts musste man eine PW-Recovery-Frage eingeben. Nach dieser fragt Blizzard natürlich NICHT!!! Ich weiss nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen soll, diese unfähigen Mistböcke fragen doch tatsächlich nach E-Mail, Vor- und Nachname!!! Es kann quasi jeder, der von einem WOW oder Starcraft Spieler bloß Name und E-Mail kennt ganz einfach das Passwort ändern und den Account an sich reißen FFS!!! Die schicken einem noch nicht mal einen Bestätigungslink. Das nenne ich doch mal einen härtest möglichen Fail an Datenschutz, der Erich-Mielke-Award für maximalen Realitätsabstand geht diesen Monat also völlig zu Recht an Blizzard.

Ach ja, in weiser Voraussicht eben dieser Umstände gab ich natürlich damals beim registrieren eben NICHT meinen realen Namen an. Dumm nur, wenn ich heute nicht mehr weiß was ich damals für ein ASDF und QWERTZ eingetippselt habe. Zum Glück gibt es aber noch eine Hotline mit ausnahmsweise mal verständnisvollen Mitarbeitern, die einem nach kurzer Versicherung der Glaubwürdigkeit seiner falschen Angaben (hier braucht man jetzt übrigens doch die richtige Antwort auf die PW-Recovery-Frage) den Account wieder freischalten. Die Diskussion war anfangs auch gezwungenermaßen lustig, da die armen Hotlineknechte hier natürlich das Blizzard-Standardalphabet runter beten müssen, beginnend damit dass die Angaben ja stimmen müssen weil ich auf IHREN Servern spiele und meinerseits entkräftet wurden dadurch dass sie ja meine IP haben falls irgendwas wäre und ich schließlich für diesen Dienst auch bezahlt habe und wie lächerlich ich die „Accountsicherheit“ sofern man es überhaupt so nennen kann bei Blizzard finde.

Man hätte es ja ahnen können, denkt aber trotzdem immer wieder naiver weise man wird von solchen Ärgerlichkeiten verschont. Wie auch immer, es gibt jetzt jedenfalls mal wieder eine Firma mehr auf der langen Liste derer, die so schnell kein Geld mehr von mir sehen werden.

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