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Nie-wieder-VW

NIEMALS! Diese Aasgeigen. Heute 30tkm Inspektion gehabt. So weit Motortechnisch kein Ding, neues Öl rein und gut is.  Aber der rest. Anfahrschwäche. Können se nix machen, ja die wissen wenn der Motor nach 300km Autobahn schön warm ist,  dann geht der halt paar mal aus wenn man an der Ampel los fahren will, auch wenn man vollgas gibt und die Kupplung so  langsam wie möglich kommen lässt. Nein, ich bin nicht zu dumm zum anfahren. Radio sitzt immernoch schepp, Lenkrad steht  immernoch schief, Heckklappe geht nur zu wenn man sie mit solcher Henkersgewalt zu schmeißt als ob man Ludwig XVI damit  Guillotinieren möchte. Ein update für das bekackt lahme RNS310 Navi gabs ebenfalls nicht. Besonders lustig war die Reaktion  auf meine neuste Entdeckung: Die Außenspiegelgehäuse lösen sich aus ihrer Verriegelung. Noch ist das nur ein schmaler Spalt,  aber er wird größer. Der Typ von VW drückt das Gehäuse wieder rein, Sekunden später *klack* wieder draußen.  Er geht zum nächsten Golf, oh der hat auch den Fehler. Nächster Golf ebenfalls. Jo, sagt mir VW, is wohl ein Serienfehler,  da machen wir jetzt auch nix dran. Ich war versucht ihnen einfach im Baumarkt etwas Heißkleber zu kaufen. NIE-WIEDER-VOLKSWAGEN!!!11

„Fick dich VW“ geht in die nächste Runde…

Ja, mein Wagen zickt weiter. Diesmal lösen sich irgendwie die Außenspiegel in ihre Bestandteile auf. Der lackierte Plastikrand vom Geäuse löst sich irgendwie von der matten Unterseite der Spiegel. Das kann man zurück drücken, rastet aber nicht richtig ein und so bald man über die erste Bodenwelle fährt hat man links und rechts am Spiegel wieder nen Spalt drin…

Nun gut, bald hat die Kiste auch die ersten 30k Km runter, wenn ich nächste Woche nen Inspektionstermin habe wird mal wieder auf den Tisch gekackt was das soll. Das war mein erster und letzter VW.

Endlich, oder: der Firmenwagen

Knapp 9 Monate ist es jetzt her, dass ich einen VW Golf Variant bestellt habe. Ich fragte mich schon ob da jetzt auch tatsächlich ein Auto auf dem langen Weg von Mexiko, wo die Dinger mittlerweile wohl zusammengeklebt werden, hier her ist, oder nicht vielleicht doch ein ungewolltes Kind. Wie auch immer, gestern war es tatsächlich so weit und die Karre stand jungfräulich auf unserem Firmenparkplatz, was ich mal zum Anlass nehme hier einen ersten Erfahrungsbericht nieder zu schreiben.

Erstmal bin ich natürlich super Froh ihn endlich zu haben, auch wenn das Budget natürlich erstmal noch nichts größeres als einen Golf her gab. Er macht vieles leichter, so muss ich z.B. keine Kilometer mehr aufschreiben wie bei den Poolwagen bisher, das ständige wechseln zwischen Privat- und Firmenwagen entfällt, ich spare mir und somit natürlich auch der Firma viel Zeit und doppelte Wege. Dazu kommen natürlich noch zusätzlich motivierende Annehmlichkeiten wie Tankkarte und dass man sich nicht mehr um den ganzen Krempel mit Versicherung, TÜV und ähnlichem kümmern muss das ein Auto so an laufenden Kosten mit sich bringt. Kurzum: Einen Firmenwagen zu haben ist stark gut.

Kommen wir zum kritischeren Teil, was man mit bitte keinesfalls negativ gegenüber meines Arbeitgebers auslegen möge, auch wenn mir als altem Hosen Fan natürlich ein Opel lieber gewesen wäre, das Bashing gilt allein der Firma Volkswagen, die mehr Schein als Sein auf vier Räder zu stellen vermag.

VW hat es beim Golf 6 natürlich völlig meiner Erwartung entsprechend geschafft die beschissenst möglichen Sitze NOCH unbequemer zu machen. Mir drängt sich stark die Vermutung auf, dass die zuständigen Entwickler noch nie länger als eine halbe Stunde in ihrem Machwerk verbringen mussten. Ich hab das starke Gefühl diese Sünderbank heute an einem einzigen Tag auf der Fahrt nach Stuttgart und zurück, also in knapp zwei mal 2,5 Stunden, schon völlig durch gesessen zu haben. Wir reden hier übrigens nicht über den billigsten Sitz, sondern über den angeblich etwas besseren mit Lendenwirbelstütze. Sagte ich Lendenwirbelstütze? Ich meinte das Teil was man nicht spürt selbst wenn man an dem vorgesehenen Einstellrad bis zum Anschlag dreht. Alle meine Opel davor, vom Kadett C über Astra F und H waren das reinste Wohnzimmer dagegen, aber die lassen ihre Sitze ja auch bei Recaro bauen wo man noch gute Qualität für einen angemessenen Preis bekommt und nicht bloß einen Schaumstoffwulst ohne jeglichen Seitenhalt.

Der nächste Fail  bot sich mit im Innenraum. Dabei kann ich die nicht funktionierende Klappe der Brillenablage noch verschmerzen, ich bekomme morgen schließlich den Termin mitgeteilt wann ich zum Austausch gegen eine funktionierende antreten darf und davon dass irgendetwas bei einem neuen Gerät defekt ist kann man ja sowieso ausgehen. Lieber richte ich, im wahrsten Sinne des Wortes, mein Augenmerk auf den Tacho der da so schön modisch weiß leuchtet. Bzw. nicht der Tacho, sondern das zwischen Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsanzeige befindliche Multifinktionsanzeigemäusekino. Es muss grell weiß leuchten, denn wenn man die Helligkeit herunter regelt, was natürlich nur global für das gesamte Cockpit geht, dann merkt man dass nur eine LED in der Mitte des Displays das ganze Licht spendet, das wiederum führt zu einem gewissen Clouding und keinerlei Helligkeit am Rand des Displays. Ein weiteres Negativmerkmal des Mäusekinos ist der recht große Pixelabstand. Bei einer gewissen Fahrbahnunebenheit, selbst schon bei bloßer stehender Motorvibration, lässt dieses feine Gitternetz durch das die grellweißen Punkte scheinen das menschliche Sehzentrum im Viereck springen, der Effekt ist etwa zu vergleichen mit dem Flackern alter, niedrig auflösender Videobeamer, nur ohne den Farbanteil. Ich hoffe der Teil meines Hirns der für die Bildverarbeitung zuständig ist gewöhnt sich da früher oder später dran, momentan kann ich da nicht länger als den Bruchteil einer Sekunde hin schauen ohne dass mir schlecht wird.

Natürlich habe ich VW  diesen Wagen um mein Budet auszuschöpfen auch noch mit allerlei Premium- und Komfortschnickschnack ausstatten lassen, einerseits natürlich weil die Firmenvorgaben sinnvollerweise ein Navi und eine Freisprecheinrichtung fordern, was nicht nur Zeitgemäß sondern auch ungemein praktisch ist, andererseits weil ich so für die Lenkradfernbedienung nur 9 Euro drauf zahlen muss. Leider drängt sich mir auch hier das Gefühl auf, dass der Konzern zwar viel gewollt, aber nichts davon komplett zu ende gedacht hat.

Fangen wir mal mit dem Navi an. Zunächst ein mal ist es unsagbar langsam. In mein altes Opel Navi, das TOMTOM, mein ehemaliges Win Mobile 6.5 Telefon und natürlich auch mein neues Android Handy kann ich sofort jede Adresse tippen, es findet und navigiert. Bei VW bietet sich einem der usabilitytechnische Alptraum von 5 sich zum verwechseln ähnlich sehenden Symbolen, wovon das unten links die Zieleingabe startet. Wir warten eine gewisse Zeit, bis sich die Adresseingabe öffnet. Wir klicken dass wir in eine Stadt XY wollen und warten. Irgendwann kommt dann mal eine Tastatur. Wir tippen den ersten Buchstaben und warten bis das Bedienfeld den nächsten entgegenzunehmen bereit ist. Wir warten… also ihr seht schon wohin das ganz führt. Bei der Straße geht es übrigens nicht wesentlich schneller. Und nein, man bekommt auch kein haptisches, optisches oder akustisches Feedback und muss dementsprechend oft korrigieren da man es gewohnt ist schneller zu tippen. Zugegeben, ich habe keine wundersam schnelle Bedienung erwartet, zumal es ja auch nur das kleine RNS310 ist und nicht das große 510. Trotzdem dürfte man doch bitte heutzutage in einem Zeitalter in dem Prozessorpower nichts mehr kostet eine einigermaßen flüssig zu bedienende GUI erwarten.

Der nächste Aufreger der sich einstellt ist die Verkehrsansage. Ja, natürlich könnte man das TMC deaktivieren, doch dann habe ich auch keine Berücksichtigung von Staumeldungen mehr in der Navigation. Also lebt man damit wenn man morgens wie abends auf der A3 im Berufsverkehr steckt jeweils eine halbe Stunde mit der zweiminütlichen Ansage es läge eine Verkehrsstörung vor belästigt zu werden. Ja, verfickt, das weiss ich. Es ist die A3. Es gibt keinen anderen Weg um zu dieser Zeit von einer Seite Frankfurts auf die andere Seite von Frankfurt zu kommen. Du musst es mir nicht alle 2 Minuten sagen. Hier wäre die Funktion doch recht Nett diese Ansage dann wenn keine Navigation genutzt wird zu ignorieren. Leider verweigert sich hier VW jedes Verbesserungsvorschlags, da man die Dinger ja bei Blaupunkt entwickeln lässt. ich bin mir sicher die hätten den entsprechenden Schalter in 2 Minuten programmiert wenn man es ihnen nur auftragen würde.

Als nächstes hab ich mein Telefon per Bluetooth mit der Freisprecheinrichtung verbunden. Natürlich setzt man auch hier auf weit verbreitete Standards (haha) nämlich rSAP was nur Nokia, ein paar Siemens und drei ältere Win Mobile 6 Geräte können. Nachteile dieser Technik wären z.B. dass eingehende SMS und verpasste Anrufe im Fahrzeug gespeichert werden anstatt im Handy solange es angemeldet ist. Die Technik funktioniert quasi so, dass das Auto dem Telefon einfach nur per remote die SIM Karte „klaut“ und das Telefon somit funktioinslos macht, man also auch keine mobile Datenverbindung mehr nutzen kann. Stört mich zum Glück nicht, da mein HTC Desire natürlich kein rSAP kann. Ich sollte mich glücklich schätzen wenigstens Anrufe entgegennehmen zu können und sie auch auf den Fahrzeuglautsprechern landen und die Musik stumm geschaltet wird. Sprachwahl funktioniert natürlich nicht, da ich das Telefonbuch nicht Synchronisieren kann. Weiterer Punkt für Freude und gleichermaßen Unmut: Die Bluetooth Mediaplayer Funktion. Ich kann mein Desire natürlich gleichzeitig als Telefon und Mediaplayer anmelden, verbinden tut er allerdings (entgegen der Beschreibung im Handbuch) immer nur die Telefonfunktion. Den Mediaplayer darf man jedes mal manuell aktivieren, was natürlich nur in 50% der Versuche funktioniert und außerdem nur bei stehendem Fahrzeug erlaubt ist. Eine zufriedenstellende Antwort warum dem so ist bleibt die VW Hotline hier schuldig („das sind unterschiedliche Profile“  HALLO?!? es ist das selbe Gerät! Abgesehn davon dass in der Bedienungsanleitung steht dass es geht) und ich frage mich warum man hier nicht auf weiter verbreitete Standards wie z.B. A2DP, AVRCP,GAP, GOEP, HFP, HSP, PBAP, Service Discovery Application Profile oder hands-free setzt.

genug Rage für heute, ich hoffe das liest jemand von VW falls man dort überhaupt auf Kundenwünsche Wer legt. Ich freu mich jedenfalls trotz aller VW-Fails drauf den Wagen möglichst lange für meinen aktuellen Arbeitgeber zu fahren.

Kleines Addon noch: der Verbrauch von grade mal 4,5l/100km ist schon eine erstaunliche Leistung und zum Glück steht das „Blue Motion“ nicht auf der Heckklappe, soll ja keiner wissen dass ich eine Ökokarre fahre 😉